| Ski-OL-Staats-MS
2001: Schwierig aber gut von Michael Melcher Am 3.+4.Februar d.J. fand, nach mehreren Verschiebungen und Absagen, nun doch endlich der erste Ski-OL-Bewerb dieses Winters statt. Zuvor mußte bereits der im Dezember auf der Tauplitzalm geplante Ski-OL endgültig abgesagt werden; ebenso mußten Sprint+Staffel-MS im Kärntner Bodental bereits 2x verschoben werden. Durchführender Verein dieser heurigen StaatsMS waren die Naturfreunde Kindberg, unter dem Wettkampfleiter Thomas MÜHLBACHER und dem TD Wofgang PÖTSCH, die diesmal wahrlich keinen leichten Stand hatten. Hierbei sollte man nicht zu erwähnen vergessen, daß etliche freiwillige Helfer anderer steir. Vereine [OLCG/HSVG/LAC] sowie spezielle Freunde aus OÖ, unermüdlich im Einsatz waren; v.a. da ja der Kindberger OL-Verein quasi ja nur ein 3-Mann-Club ist, die alleine sicherlich keine derartige Veranstaltung auf die Beine stellen könnten. Kurz zur Vorgeschichte: Ursprünglich wäre ja das Hochplateau auf der Teichalm, mitten in den Fischbacher Alpen (mit neuester Karte) für diesen Bewerb vorgesehen gewesen (13.+14.1.). Zuerst versuchte man es mit einer 2-wöchigen Verschiebung und hoffte noch auf den großen Schneefall! Doch permanenter Schneemangel machten dann doch eine Verlegung ins Ausweichgebiet nach Bad Mitterndorf notwendig. Aber auch hier stellte - rund 1 Woche vor der geplanten MS - die immer noch mäßige Schneesituation die Organisatoren vor größere Probleme. Nur die Hauptloipen für den "Steirerlauf" [Volkslanglauf über 20,30,oder 50km] waren im Bereich der Ski-OL-Karte ausreichend vorpräpariert, sämtliche anderen Loipen waren kaum vorbereitet. Vor allem in den Waldgebieten schaute es äußerst schlecht aus, und TD "Goggi" Pötsch war schon nahe daran auch diesen Termin noch einmal nach hinten zu verschieben. Doch man verließ sich vollends auf die Vorhersage der Meteorologen, die umfangreiche Schneefälle für die Wochenmitte voraussagten. Daß dies dann dennoch eintraf, freute zwar die Veranstalter, aber die gar nicht mehr enden wollenden Schneefälle sorgten dann, bei Thomas Mühlbacher & Co für neuerliches Stirnrunzeln. Doch die Zusicherung der Fremdenverkehrsgemeinde Bad Mitterndorf auf bestmögliche Unterstützung, mit der Zur-Verfügung-Stellung aller Spurgeräte, ließ keinen Zweifel offen, daß dies doch eine erfolgreiche Veranstaltung werden würde. Knapp 150 Meldungen lagen schließlich für diese Ski-OL-MS (in allen Klassen) vor. Das Ziel: 200 Teilnehmer an den Start zu bringen, wurde somit leider nicht erreicht; mit ein Grund hierfür war sicherlich der Ferienbeginn in Wien und NÖ, kombiniert mit umfangreichen Schneefällen bis in die Bundeshauptstadt, was zusammen für ein Straßenverkehrschaos sondergleichen sorgte. Etliche Läufer kamen mit gehöriger Verspätung zum Wettkampf, andere wiederum schafften es überhaupt nicht mehr. Und wieder andere zogen es von Haus aus vor, bei dem am selben Tag stattfindenden Stadt-OL-Wettkampf in Mödling teilzunehmen. Man kann also durchaus zu Recht feststellen, daß das gesamte Umfeld nicht gerade für die Organisatoren zu sprechen schien! Flexible Veranstalter waren gefragt Doch gottlob gibt es flexible Veranstalter wie die NF Kindberg, die auch Zu-Spät-Kommende, trotz einer allgemeinen halbstündigen Startverschiebung, noch nachstarten ließen. Für einen Ski-OL-Veranstalter wird es heutzutage schon quasi zum Usus, derartige Berücksichtigungen vorzunehmen, da ansonsten nicht einmal mehr 100 Läufer kommen würden, was dann früher oder später das AUS für diese schöne OL-Disziplin bedeuten würde. [Verkehrs- und Wetterchaos kann leider niemand voraussehen; mit ein Grund, weshalb vor einigen Jahren vom ÖFOL-Vizepräsident Karl LEX speziell für den Ski-OL "das Modell der Flexibilität" vorgeschlagen wurde!] Die Karte für diesen Wettkampf - "Bad Mitterndorf" (1:15.000/10mÄqui.) - wurde bereits im letzten Winter für die Ski-OL-Sprint-MS verwendet, war also allen Läufern gleich bekannt. So hatten Alle die gleichen Chancen, da es für Niemanden "Neuland" war; und ausschließlich Bahnlegung und die neue Spurenanlegung waren zum Orientieren ausschlaggebend. Apropos Bahnanlage: Diese wurde bereits 10 Tage zuvor geplant; basierend auf dem zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Schneebedingungen. Demnach hätte man eigentlich gar keine Spuren mehr anlegen müssen, denn aufgrund der harten Oberflächenverhältnisse hätte man fast überall queren und somit die Routen direkt laufen können. Alle Strecken wären sodann zwischen 10-20min schneller zu bewältigen gewesen. (Von zu langen Strecken hätte dann keiner mehr sprechen können) Erst der viele Neuschnee ließ die Laufzeiten um eben jenen Betrag in die Höhe schnellen. Eine Premiere gab es bei diesem Wettkampf übrigens auch noch Zum ersten Mal wurde nämlich bei einem nationalen Ski-OL-Wettkampf in Österreich Sport-Ident verwendet. [Die internationale Premiere erfolgte bereits beim Ski-OL-Weltcup im Böhmerwald] Fast alle Österreicher haben ja in der Zwischenzeit bereits ihre eigene SI-Card in Verwendung; so auch bei diesem Ski-OL. Einige Ausländer hatten jedoch keine SI-Cards mit dabei; diese Läufer mußten mit herkömmlicher Kontrollkarte den Bewerb bestreiten, da die vom ASKÖ Henndorf angeforderten und versprochenen Reserve-Chips - aufgrund einiger zugeschneiter und somit gesperrter Paßstraßen - nicht mehr rechtzeitig zum Wettkampfbeginn eintrafen. Dieser Bewerb wurde dadurch aufgewertet, daß es sich nicht nur um einen nationalen RL+ÖMS-Bewerb handelte, - sondern international gesehen - daß das steirische Ausseerland hier auch eine Teilstation des Alpencups sein durfte. Die Eliteklassen waren folglich auch die am stärksten besetzten Klassen, wogegen - erwartungsgemäß - die Damen-Senioren- + D.-Jugendklassen die am schwächsten besetzten Kategorien waren. Daher mußten hier einige Klassen - lt. WO - zusammengelegt werden. Charakterisitk der Bahnlegung war, daß es, - wie es bei einer klassischen Meisterschaft sein sollte - relativ wenig Posten bei umso längeren Teilstrecken gab. Der Tenor fast aller Spitzenläufer: " endlich wieder eine richtige klassische MS", mit Laufzeiten an die 100min und darüber (für HE: 25km+400Hm+14Po). Gemäßigter hingegen die Damenstrecke über 13km+200Hm was Siegerzeiten um die 60min und Laufzeiten um 80min bedeutete. Auch die Herren-Senioren (z.B.:H35-) kamen auf ihre Rechnung und wurden auf der 18,5km+350Hm+10Po umfassenden Strecke voll gefordert. [SZ ca. 80min / durchschn.LZ 85-100min] Da immer mehr Ex-Kaderläufer und WM-Teilnehmer langsam in die "Jahre kommen", an und für sich kein Problem, doch man sollte auch Rücksicht auf die Nicht-Ski-OL-Spezialisten (reine Fuß-OLer) nehmen. Denn, wenn es schon so lange Distanzen für einige ausgewählte Klassen gibt, so sollte es, - in gleicher Weise wie für die Allgemeinen Klassen (H+D) - auch eine Sprint-MS für zumindest 1 Nachwuchsklasse und 1 Seniorenklasse geben. Diese Forderung wäre von den Laufzeiten gesehen, durchaus gerechtfertigt und wurde bei der letzten - turbulenten - ÖFOL-HV bereits gefordert, ging aber im damaligen Trubel unter, und wird heuer sicherlich wieder am Programm stehen und wird dann hoffentlich die entsprechenden Befürworter finden. Nur so kann man schwächeren Läufern, aber guten Orientierern ebenso eine kleine Chance im Ski-OL bieten, und verhindert so vielleicht einen weiteren Teilnehmerschwund. Zum Bewerb: Samstag 3.2. Um 13.30 erfolgte also der erste Start - um ca. 15.30 ging erst der letzte Starter ins Rennen; die Bedingungen waren den ganzen Wettkampf über für alle gleich: dichter Schneefall, dafür langsame und weiche Spuren, die natürlich sehr kräfteraubend waren und die einen umso besser gewachsten Ski erforderten. Aus Erfahrung kann man sagen, daß gerade bei derartigen Schneebedingungen um 0°-Celsius die schwierigsten Wachsverhältnisse vorherrschen und 5min (aufgerechnet auf eine Stunde) allein durch einen langsamen Ski verloren werden können. Ein sehr starkes Rennen lieferte Johann KUGLER (NF Sandl/OÖ), der die HE-Tageswertung in 89:51 deutlich für sich entscheiden konnte. Bereits über 7 Minuten dahinter (96:06) landete der Tscheche Milan VENHODA auf dem 2.Platz. Der dritte Tagesrang ging hingegen an das italienische Nationalteam; Walter SEBER schaffte mit 96:17 diesen Podestplatz. An der vierten Stelle plazierte sich der 2.beste Österreicher, Markus BUCHTELE (SU Klgft/Knt) in 98:41. Die Überraschung aus heimischer Sicht jedoch, war der 3.Platz in der Staats-MS durch Felix MEIZER (MTV Hernals/W), der nicht nur den höher eingeschätzten Max HABENICHT aber auch den italiener Luigi GIRARDI (stand bei WC-Bewerben bereits am Podest) hinter sich ließ. Auch bei den Damen gab es in der Tageswertung einen rein österreichischen Sieg. Regina HABENICHT sicherte sich aufs Neue den Sieg, nachdem sie genau vor 20-Jahren (1981)!!!! ihren ersten Ski-OL-Staatsmeistertitel feiern konnte. Mit ihrer Zeit von 59:47 hatte sie beinahe 2 Minuten Vorsprung auf die gefährlichste Konkurrentin, Antje BORNHAK (61:40). An der 3.Stelle rangiert die Tschechin Lenka HRUSKOVA, mit einem bereits viertelstündigen Rückstand (75:11). Die Bronzemedaillie in der Staats-MS holte sich in einer Zeit von 77:52 die Burgenländerin Ursula VARGA (HSV Pinkaf.), die Raphaela HECHL (79:34) wiederum auf den 4.Platz verweisen konnte. Sonntag 4.2. Aufgrund des weiterhin anhaltenden Schneefalls ergaben sich für die Veranstalter einige größere Problemstellungen und Thomas MÜHLBACHER war schon nahe daran, diesen 2.Tag abzusagen. Doch - gottseidank - zur Freude aller Teilnehmer, ging das Rennen mit ca. 2-stündiger Startverschiebung dann doch noch und v.a. völlig regulär über die Bühne. [Anders ausgedrückt, hätte man nicht den Start verschoben, wäre es ein "Lotterierennen" geworden, so war dies die einzig richtige Entscheidung der Jury.] Der Grund für diese Verzögerung? Circa 30-40cm Neuschnee in der Nacht, ging frühmorgens - für ca. 2-3 Stunden - in Regen über, um dann doch wieder in Schneefall über zu gehen. Erst ab ~11Uhr hörten die Niederschläge dann endgültig auf und die Sonne kam dann ein wenig zum Vorschein. Die Folge war, daß alles sofort "davonzurinnen" begann. Es waren also auch an diesem Tag äußerst schwierige Schneebedingungen und so mancher Läufer griff in die verkehrte Wachstube. Das Hauptproblem an diesem Morgen war jedoch, daß die Gemeinde Bad Mitterndorf die Ratracks vom Ski-OL abziehen mußte, um zuerst die Standard-LL-Loipen zwischen Bad Mitterndorf und dem Ödensee (ca. 40-50km Loipen) zu spuren. Erboste Touristen hatten sich nämlich beim Fremdenverkehrsamt über den samstägigen schlechten Zustand jener Panoramaloipe beklagt, worauf Sonntag früh Priorität auf das Öffnen dieser beliebtesten LL-Loipe gesetzt werden mußte (Frequenz: über 1000 Skiwanderer pro Tag). Das OK-Team hatte Sonntag früh also 2 Alternativen zur Auswahl: Warten, bis die Spurgeräte da sind, oder den Wettkampf absagen; und T.Mühlbacher entschied sich fürs Zuwarten. Gegen 9.30 konnte sodann endlich mit dem Spuren begonnen werden, und 2 Stunden später hatte man dann ein um die Hälfte verkleinertes Spurennetz komplett geöffnet. Zudem wurde von der Jury in der Zwischenzeit eine Verkürzung der ursprünglich geplanten Strecken beschlossen. Vom eigentlichen Postennetz wurden schließlich nur mehr 14 Posten ausgesetzt, die anderen Posten wurden gestrichen. In Folge gab es einen Postennetz-Sprint-OL mit Massenstart für alle Kategorien. Während die HE+H35- alle Posten in freier Anlaufreihenfolge passieren mußten, konnten Damen, Jugendliche und ältere Senioren mehrere Posten auslassen (Auswahlpostennetz). Die allerjüngsten Läufer(innen) hatten hingegen eine vorgegebene einfache Bahn abzulaufen. Gerade noch 120 mutige Läufer gingen an diesem Tag an den Start, der sich am höchsten Punkt der Loipe befand. In gleich 3 mögliche, verschiedene Richtungen ging es sodann bergab; und wer am Start nicht ganz genau schaute und wohl auch überlegte wie er beginnen solle, begab sich womöglich gleich auf die falsche Fährte, und konnte - nach nicht einmal 1 Minute Laufzeit - bereits seine gute Postenanlaufreihenfolge "vergessen" und nur mehr auf "Schadensbegrenzung" laufen. Fast die Hälfte aller Läufer folgte so dem "Herdentrieb" in die falsche Richtung! Die optimale Lauflänge der Herren-Elitebahn betrug etwa 10km; und die Ausländer gaben diesmal eindeutig den Ton an, denn sie "gingen" quasi "unbeirrbar ihren Weg". Milan VENHODA (Tschechien) erwies sich als schnellster Postensammler und erreichte nach 38:04 min als Erster das Ziel. Im Duett liefen die beiden Italiener Walter SEBER (40:18) und Roberto CEOL (40:25) und beendeten dann als 2. und 3. das Rennen. Hinter dem 4.plazierten Tschechen Jan JANICEK (41:03) kam der beste Österreicher Johann KUGLER in 41:16 als 5.schnellster ins Ziel. Hinter dem 6. Luigi GIRARDI (41:27) erreichte schließlich das Österreicherpaket BUCHTELE Markus, STOCKMAYER Michael, ZWEIMÜLLER Wolfgang und HABENICHT Max (6-10.Pl) das Ziel [42:50-43:40]. Bei den Damen konnte sich hingegen Antje BORNHAK bei Regina HABENICHT revanchieren und gewann in 45:47 mit ca. 2 ½ min Vorsprung diesen Alpencupbewerb. Die Plätze 3 und 4 belegten mit bereits 10min Rückstand die beiden tschechischen Schwestern HRUSKOVA Lenka und Jana; erst danach folgte die nächste Österreicherin Judit ALLWINGER. V.a. von sämtlichen ausländischen Gästen erhielt der Veranstalter viel Lob und auch die Absichtserklärungen, gerne wiederkommen zu wollen; und hoffentlich bereits im nächsten Jahr auf der Teichalm. Einziges Manko an diesem 2.Tag war, daß es aufgrund dieser Notsituation nicht mehr möglich war, alle Posten ausreichend mit Postenzangen zu bestücken, und diese dann regelkonform aufzuhängen, um problemlos zwicken zu können. Stattdessen wurden herkömmliche Postenständer (vom Fuß-OL) verwendet und diese sanken großteils zu tief im Neuschnee ein (kein harter Untergrund). Teilweise mußte man sich schon hinknien um stempeln zu können, was natürlich - unter normalen Umständen gesehen - nicht Sinn der Sache sein kann! Dazu muß man auch einwerfen, daß beim Postennetz-Ski-OL nicht mit Sport-Ident, sondern - der Übersichtlichkeit halber - mit herkömmlicher Kontrollkarte gelaufen wurde. Aber auch sonst sind künftige Ski-OL-Organisatoren angehalten, bei Verwendung des SI-Systems andere Lösungen als die hier gezeigte zu bevorzugen. Normale Postenständer erscheinen wegen zu geringer Höhe unhandlich, auch können sich Umwelteinflüße äußerst negativ auswirken, was bis zu Schäden an den einzelnen Stationen führen kann! [Stationen dürfen wegen Schnee und Frost nicht mit der Öffnung nach oben verwendet werden, Öffnung muß nach vorne zeigen und sollte in Bauch-Brusthöhe liegen.] Optimal ist hierfür eine Art Dreibein, mit mind. 2 SI-Stationen pro Posten. Man kann also abschließend resümieren: jene eben erwähnte Kleinigkeiten, die ansonsten in die Kategorie "Anti-Ski-OL" fallen würden, seien diesmal und hier verziehen, und ausnahmsweise tolerierbar; ansonsten kann dem ganzen Organisationsteam höchstes Lob für dieses "Notprogramm" ausgesprochen werden. Ganz Ski-OL "Austria" ist Euch zu Dank verpflichtet. [ Die wenigen Unkenrufe in diversen Diskussionsforen sollte man ignorien, da sie wahrscheinlich von dem einen oder anderen, geistig delogierten Scherzbold verfaßt wurden, der in seinem Leben mit Sicherheit noch nie einen Ski-OL veranstaltet hat.] |